Sibylle WenzelStudio für Alexander-TechnikZur WegbeschreibungZur Startseite

alexander-technik
bringt leben in die bewegung

Alexander-Technik und Kopfschmerzen

Meine Geschichte

Schon während meines Studiums hatte ich Kopfschmerzen entwickelt, die ich jahrelang ganz gut durch den Gebrauch von Schmerzmitteln im Griff hatte. Ich ging niemals ohne solche Tabletten aus dem Haus und wenn ich sie doch vergessen hatte, bat ich fremde Menschen um eine. Das ging so bis zu dem Tag, an dem ich eine ältere Dame arglos um eine Kopfschmerztablette bat und sie mir sonnig lächelnd antwortete: „Die helfen bei mir schon lange nicht mehr“. Sie bot mir statt dessen ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel an. Plötzlich wurde mir klar, wohin die Reise geht und daß ich daran etwas zu ändern hatte. Ich stoppte augenblicklich die weitere Einnahme von Schmerzmitteln und ignorierte die Schmerzen so gut es ging. Vier Jahre lang war ich in ärztlicher und nervenärztlicher Behandlung. Der einzige Effekt davon war, daß nun das Thema Schmerz in meinem Leben ziemlich zentral wurde. Zuvor hatte es mich nicht interessiert. Nun mußte ich aber beispielsweise protokollieren, wann und wo der Schmerz auftrat, wurde von einem Spezialisten zum anderen geschickt. So wurde der Schmerz auf einmal ein bedeutsamer Teil von mir. Ansonsten blieb alles beim alten.

Schließlich empfahl mir eine Freundin, es doch einmal mit einigen Stunden Alexander-Technik zu versuchen und ich war nun wohl reif dafür – obwohl ich damals allem, was nach Yin und Yang roch, äußerst skeptisch gegenüberstand (ganzheitlich… pfff!). Nach 12 Stunden, die ich innerhalb von 6 Wochen genommen hatte, stellte ich erstaunt fest, daß der Kopfschmerz, dieser mittlerweile „feste“ Teil von mir, verschwunden war. Kein Kopfschmerz mehr, dafür aber auf einmal eine neue Präsenz in den Handlungen des Alltags. Auf einmal erkannte ich Freunde und Bekannte, wenn sie mir auf den Straßen der Stadt begegneten! Huch, man kann einkaufen gehen und gleichzeitig die Menschen und Dinge wahrnehmen. Das sind nicht einfach nur Hindernisse auf dem Weg zum nächsten Ort. Sie haben Gesichter und man kann sie erkennen und „Hallo“ sagen. An einer Kasse stehend steckte ich nun nicht mehr meine Nase in ein Reclamheft, sondern stand in der Schlange und achtete auf die Verteilung meines Gewichtes auf den Füßen, dachte meine „Anweisungen“ für Kopf und Körper und fand das auf einmal sehr, sehr aufregend. Obwohl ich natürlich viel mißverstand und immer noch viel zu viel Spannung in meinem Körper hatte (im Vergleich zu heute) war die Extra-Spannung, die den Kopfschmerz erzeugt hatte, überwunden. An diesem Punkt hätte ich mit den Stunden aufhören können, nun aber war meine Begeisterung für die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Umgebung geweckt und ich wollte die Gegenwart erobern.

Kann man daraus schließen, daß die Alexander-Technik zuverlässig Kopfschmerzen vermindert bzw. ganz beendet?

Leider nein. – Aufgrund meiner Geschichte hat ein Freund von mir, der gleichfalls unter Kopfschmerzen litt, angefangen Stunden zu nehmen. Er findet zwar noch immer Gefallen an diesen Stunden, seine Schmerzen sind aber bis heute geblieben. Anscheinend sind sie nicht spannungsbedingt.

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