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| Ich habe hier die im Moment erhältlichen deutschsprachigen Publikationen zur Alexander-Technik aufgelistet und die einzelnen Titel kommentiert. |
■ Pedro de Alcantara: Alexander-Technik für Musiker. Kassel: Gustav Bosse 2002.
ISBN 3-7649-2443-8.
„Alexander-Technik für Musiker“ ist ein Buch, dass allgemein sehr gelobt wird. Und in der Tat enthält es sowohl eine gut lesbare theoretische Einführung in die Methode sowie eine Beschreibungen dessen, was ein angehender Schüler der Alexander-Technik im Unterricht erwarten darf. Ergänzt wird das Buch durch eine Fülle von musikalischen Übungen sowie Tips aus der musikalischen Praxis. Daß ich diesem Buch dennoch reserviert gegenüber bleibe, liegt schlicht darin begründet, daß es mit seinen rund dreihundert Seiten, einen dicken Leseberg zwischen mich und meinen Entschluß setzt, die Technik einfach auszuprobieren, einfach anzuwenden. Was auf diesen dreihundert Seiten leicht verloren gehen kann, ist der Überblick und die Erfahrung, daß das Umsetzen des Alexander-Prinzips viele Detailprobleme beim Musizieren (zum Beispiel Intonation, Rhythmus) oftmals von selbst zum Verschwinden bringt.
Ich empfehle dieses Buch für Menschen, die gerne und viel lesen und für solche, die darin geübt sind, ganze Abschnitte souverän zu überspringen.
■ Glen Park: Alexander-Technik. Die Kunst der Veränderung. Heyne, 2000.
ISBN 3-4531-7124-1
Als dieses Buch 1989 erstmals erschien, hat es die Lehrenden der Alexander-Technik in zwei Lager gespalten. Die einen waren begeistert, daß hier jemand den Mut hatte, die eigenen Erfahrungen mystisch zu deuten, die anderen waren entsetzt, dass es hier jemand gewagt hatte, Alexanders weltanschaulich neutrale Entdeckungen mit dem indischen Chakra-System in Verbindung zu bringen. Wie immer man zu diesen Deutungen stehen mag, bleibt doch unbestritten, dass Glen Park im ersten Teil ihres Buches eine weltanschaulich neutrale und kompakte Einführung ins Thema bietet. Bei den anderen Teilen handelt es sich nicht mehr um eine Beschreibung der Alexander-Technik. Wenn man das im Kopf behält, kann man hier Anregungen finden, um mit dem Alexander-Prinzip spielerisch umzugehen.
■ Michael Gelb: Körperdynamik. Eine Einführung in die F.M. Alexander-Technik. Runde Ecken-Verlag, 2004.
ISBN 3-938422-00-9
Gelbs Buch bietet eine kompakte und brauchbare Einführung in die wesentlichen Prinzipien der Technik. Es ist ein Buch, das auch Fortgeschrittene immer wieder zur Hand nehmen können, um sich diese Punkte klar zu machen. Als dicker Wermutstropfen erweist sich allerdings die Übersetzung, die geradezu hartnäckig das Wort „Neck“ mit „Nacken“ übertragen hat. Leute, die ihre Nackenmuskulatur lösen, gehen allerdings völlig verkehrt an die Sache heran. Man kann deutlich erkennen, wer den eigenen Hals und wer nur den eigenen Nacken löst. Also Vorsicht und dick „Hals, Hals, Hals!“ über jeden „Nacken“ schreiben.
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■ Walter Tschaikowksi: Besser Reiten mit der Alexandertechnik. Mehr Harmonie für Reiter und Pferd. Lüneburg: Cadmos 2003.
ISBN 3-86127-530-9.
Reiten als freie Kommunikation zwischen Reiter und Pferd, Reiten als Weg zu Selbsterkenntnis. Das sind Formel, die leider viel zu selten verstanden und umgesetzt werden. Reiten kann das reine Vergnügen für Pferd wie Reiter sein. Die Alexander-Technik zeigt einen konkreten Weg auf, wie Freiheit, Vergnügen und Anmut Wirklichkeit werden können. Walter Tschaikowski hat hier ein wertvolles Buch geschrieben, das sehr dazu beitragen kann, die manchmal grausame Welt des Reitsports humaner zu machen. Dieses Buch geht alle an, die Pferde, Menschen und Pferdesport lieben.
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■ Walter Tschaikowski: Fit und ausbalanciert mit der Alexander-Technik. Der Weg zum ausbalancierten Reiter eine Bewegungslehre. Brunsbeck, Cadmos 2006.
ISBN 978-3-86127-435-3.
In seinem zweiten Buch zum Thema Reiten und Alexander-Technik beschreibt Walter Tschaikowski die Entwicklung der Reitkunst als Schulung des Reitenden. Das ist auch nötig, denn: „Die meisten Reiter sind sich einig, dass sich das Pferd durch Schulung entwickeln soll (…) Aber was ist mit dem Reiter? (…) Wird der Ausbildung des Reiters in Bezug auf seine Selbststeuerung ebensolche Beachtung geschenkt wie bezüglich der Lenkung des Pferdes? Wohl kaum.“ (S.9) Diesem Manko will der Autor durch die detaillierte Erläuterung von Übungen ohne Pferd abhelfen. Die drei Bewegungsqualitäten Losgelassenheit, Balance und Stabilität, die für einen freien Bewegungsfluss zwischen Reiter und Pferd sorgen, können so „trocken“ geübt werden, um sich dann am Pferd zu bewähren. Dabei betont der Autor, dass diese Übungen am besten in Zusammenarbeit mit einem Lehrenden der Alexander-Technik erarbeitet werden sollten. Dieses Buch ist daher nicht nur für Reitende sondern auch für Lehrende der Alexander-Technik empfehlenswert, denen so ein Weg gewiesen wird wie sie auch abseits des Reitstalls mit Klienten arbeiten können, die Interesse an der Verbesserung ihres Reitstils haben.
■ Joni Bentley: Reiten ohne Stress und Angst. Eine Einführung in die Alexandertechnik.
Brunsbek: Cadmos Verlag 1999.
ISBN 3861273373
„Das Pferd ist das Spiegelbild des Reiters, und wenn Fehler auftreten ist dies immer die Schuld des Reiters und nicht die des Pferdes.“ (14) Vor dem Hintergrund dieses Erfahrungssatzes formuliert Bentley ihre Synthese von Alexander-Technik und Reitkunst. Bentley macht deutlich, daß Gelöstheit in der Haltung des Reitenden Eleganz in den Bewegungen des Tieres begründet. Es steht zu hoffen, daß diese simple Wahrheit mehr und mehr im Reitsport Anerkennung und Verwirklichung findet.
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■ Michael J. Gelb, Sich selbst präsentieren: Mit Mind-Mapping und Alexander-Technik, 3. Aufl., Gabal, Offenbach 1997.
ISBN 3-930799-07-3.
Michael Gelb wendet sich hier an Leser, deren Beruf es mit sich bringt, öffentlich oder firmenintern aufzutreten, und die ihre Gedanken lebendig und überzeugend vermitteln wollen. „Dieses Buch soll Ihnen dabei helfen, öffentliche Auftritte nicht nur zu ‚überstehen‘ sondern sie zu einer faszinierenden und positiven Erfahrung zu machen.“ (S.15) Der Ratgeber zeigt, wie man frei assoziierend Vorträge vorbereitet, gestaltet und schließlich in Kommunikation mit dem Publikum tritt. Nebenbei bemerkt: „Sich selbst präsentieren“ hat mir geholfen, bei meinen letzten Gesangsvortrag, den Kontakt zum Publikum sehr intensiv herzustellen. Dieses Buch wurde früher unter dem Titel „Überzeugend reden, sicher auftretet mit Mind-Mapping und Alexander-Technik“ vertrieben und hat mit dem Wechsel des Verlages auch seinen Titel geändert.
■ Robert MacDonald und Caro Ness: Geheime Künste der Alexander-Technik, Taschen-Verlag: Köln 2006.
ISBN-13: 978-3-8228-5640-6.
Dieses Buch ist auf den ersten Blick eine Augenweide. Man denkt sich: Endlich mal eine preiswerte Einführung, die ohne langatmige Texte, dafür aber mit viel Bildmaterial ausgestattet ist, und Appetit macht, die Alexander-Methode kennenzulernen. Bei näherer Betrachtung wird diese Freude leider erheblich getrübt. Erstens ist ja schon der Original-Reihen-Titel „Secrets of...“ einigermaßen peinlich, aber dass der Taschen-Verlag daraus auch noch „Geheime Künste...“ macht, lässt endgültig an Alchemie, Geisterbeschwörungen oder ähnliches denken. Das hat die Alexander-Technik, als rationales Verfahren zur Erlangung freier Bewegungskoordination, nun wirklich nicht verdient. Zweitens wird im Text der übliche Übersetzungsfehler produziert, der aus dem englischen „neck“ den deutschen „Nacken“ macht. Bitte also, immer wenn „Nacken“ genannt wird, an den ganzen Hals denken. Drittens behauptet der Text Dinge, die die Alexander-Technik nicht lehrt. So werden zum Beispiel auf Seite 19 verschiedene Körperhaltungen mit einer etikettenhaften Charaktertypologie in Verbindung gebracht. Kein seriöser Lehrer der Alexander-Technik würde Menschen je auf diese Weise betrachten. Für jede Körperhaltung gibt es eine Unzahl möglicher Ursachen. Vorurteilsgeleitete Typisierungen sind da alles andere als konstruktiv. Zudem ist es für die Ausübung der Alexander-Technik ohne jeden Nutzen, über Ursachen von Verhaltensweisen zu spekulieren. Im Einzelfall kann bei der Auflösung einer Haltungsgewohnheit die Ursache ans Licht kommen. Gewohnheiten können sich aber auch ohne Ursachenkenntnis auflösen. Ein viertes Ärgernis ist das lieblose Lektorat. Es wäre ein Leichtes gewesen, die im wesentlichen zutreffende, aber teilweise auch grotesk fehlerhafte Übersetzung einem deutschen Lehrer der Alexander-Technik zur Durchsicht zu geben. Dann wäre so manches Malheur (siehe S. 64, wo aus „vorne und oben“, „vorne und unten“ wird) verhindert worden. Auch die Literaturhinweise zeigen deutlich die Nachlässigkeit des Lektorats. Es wird nicht einmal ansatzweise der Versuch gemacht, die deutschsprachigen Übersetzungen der angegebenen Literatur zu finden. Ebenso lassen einen die „hilfreichen Adressen“ eher hilflos zurück, denn sie sind gleichfalls nicht den deutschen Verhältnissen angepasst worden. Alles in allem ist „Geheime Künste der Alexander-Technik“ ein Titel, der im Verlag Manuzio besser aufgehoben und vor allem besser lektoriert worden wäre.
■ Frederick Matthias Alexander: Der Gebrauch des Selbst. Karger: Freiburg 2001.
ISBN 3-8055-7170-4.
Frederick Matthias Alexander schrieb insgesamt vier Bücher, von denen zur Zeit drei in deutscher Übersetzung erhältlich sind. Eines davon ist: „Der Gebrauch des Selbst“. Es wurde von Alexander für seine erste Ausbildungsklasse geschrieben und erschien erstmals 1932. Mit diesem Buch wollte er den angehenden Lehrern seiner Technik vermitteln, wie er die Prinzipien von „Inhibition“, „Direction“ und „Primary Control“ auf dem Wege der Selbstbeobachtung und des logischen Schließens entdeckt hatte. Dieses Buch wird auch heute noch in den Ausbildungsklassen gelesen und diskutiert.
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■ Frederick Matthias Alexander: Die universelle Konstante im Leben. Karger: Freiburg, 2000.
ISBN 3-8055-6826-6.
1946 kam dieses Buch erstmals in Druck. Es ist das jüngste von Alexanders vier Büchern. Nach „Men’s Supreme Inheritance“ (1910), „Constructive Conscious Control“ (1923) und „The Use of the Self“ (1932) zieht der Begründer der Alexander-Technik in „The Universal Constant in Living“ eine vorläufige Bilanz seiner Arbeit und deutet auch auf deren gesellschaftliche Tragweite hin. Dieses Buch, geschrieben unter der Drohung der Atombombe, wirft die beunruhigende Frage auf, wie der Mensch von seiner Intelligenz Gebrauch macht.
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■ Frederick Matthias Alexander: Die konstruktive bewusste Kontrolle des individuellen Menschen.
Karger: Freiburg 2006.
ISBN 3-8055-8033-9.
Die Eleganz des englischen Titels von „CCC“ Constructive Conscious Control of the Individual konnte leider nicht ins Deutsche gerettet werden und so muss die Reihe des Karger-Verlages, der die historisch zweite Veröffentlichung von Alexander nun als dritten Band publiziert unter dieser etwas sperrigen Überschrift fortgesetzt werden. Dieses Buch eignet sich für Menschen, die sich eingehend auch mit der zeitgeschichtlichen und theoretischen Seite der Alexander-Technik vertraut machen wollen, sowie für Leser, die sich für Leben und Werk von John Dewey interessieren. Denn dieser amerikanische Philosoph und Pädagoge verfasste das Vorwort zu CCC. Dewey-Kenner können so seine im wissenschaftlichen Kontext noch weithin unbekannte Seite als Schüler von F.M. Alexander kennenlernen.
■ Wolfgang Steinmüller, Karin Schaefer und Michael Fortwängler (Hg.), Gesundheit Lernen Kreativität: Alexander-Technik, Eutonie Gerda Alexander und Feldenkrais als Methoden zur Gestaltung somatopsychischer Lernprozesse.
Hans Huber-Verlag, Bern 2001.
ISBN 3-456-83212-5.
Prominente Vertreter der drei somatopsychischen Lehrverfahren (Alexander-Technik, Eutonie, Feldenkrais) erläutern ihre jeweilige Methode. So können ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede leicht nachvollzogen werden. Eine integrierende Betrachtung des bekannten Psychologen und Psychotherapeuten Hilarion Petzold rundet den Band ab.
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© 2004-2008 Studio für Alexander-Technik Fürth, Sibylle Wenzel